BUCHFORSTER CHRONIK

Ein Veedel im Wandel des Zeitgeschehens

 

Autoren: RTB-Der Runde Tisch Buchforst, die Herren Hoffmann, Pilgram, Riebschläger, Wirges, Fegeler und weitere Buchforster Alt-Bürger als Zeitzeugen.

 

a.D.

! ALAAF !

Bemerkungen

- 38

Gründung des ´Opidum Ubiorum´ nach Umsiedlung des Germanischen Stammes der ´Ubier´ vom rechten Rheinufer auf die linksrheinische Seite durch Marcus Vipsanius Agrippa.

Der wußte schon was gut war !

0

Viva Colonia !

 

50

Gründung CCAA Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) durch die Römer. Verleihung der Stadtrechte.

 

310

Kaiser Constantin baut eine Rheinbrücke und ´Castell Deutz´. Die Abtei Deutz wird vom Erzbischof Heribert gegründet.

 

500

Der Wald ´Silva Buchonica´ - Buchforst - erstreckte sich ungefähr vom heutigen Deutz bis nach Odenthal/Bergisch Gladbach. Es lebten hier wilde Tiere wie Bären, Wölfe, Auerochsen und Elche.

 

 

Die römischen Legionen haben in der Vergangenheit sehr oft versucht vom Rechtsrheinischen Besitz zu ergreifen, wurden jedoch von den Ureinwohnern, den Germanen trotz sehr hoher Verluste immer wieder zurückgeworfen.

Nachzulesen im ´De Bello Gallico´ - Der Gallische Krieg - von Julius Cäsar (58-51 v.Chr.)

 

870

Der Karolingische Dom zu Köln wird vollendet.

 

881

Normannen plündern Köln.

 

1000

Der fränkische König Chlodwig überredete den Sohn eines anderen Frankenkönigs, seinen Vater Siegbert zu Köln zu ermorden. Doch auch der Sohn blieb nicht lange an der Macht; auch er wurde Opfer eines Meuchelmordes.

 

1003

Diese ganze rechtsrheinische Region und noch viel mehr gehörten den Grafen zu Berg (Schloß Burg an der Wupper). - Berg wird 1380 Herzogtum. Sie besaßen das Vogteiamt der Abtei Deutz.

Graf Adolf von Berg

Rupert von Deutz

1098

Erste Erwähnung Mulenheym (Mülheim).

 

1139

entstand der Bucheimer Hof. Später entstanden im 13. bis ins 19. Jahrhundert Ansiedlungen im/um den Buchforster Wald und an den angrenzenden Hauptstraßen. Auf den Flächen des gerodeten Waldes wurden Getreidefelder angelegt.

 

1164

Die Heiligen 3 Könige kommen von Mailand nach Köln.

 

1248

Grundsteinlegung des Kölner Doms unter Erzbischof Konrad von Hochstaden.

 

1255

Erste Befestigung Mülheims durch die Grafen zu Berg.

 

1288

Die Schlacht von Worringen.

 

1330

hier startet mein Stammbaum.

 

1612

aus Köln vertriebene Protestanten verleihen Mülheim den Aufschwung.

QVW: Die Hexe (W. Lohmeyer)

1789

am 27. Februar wurde der Buchheimer Hof vollständig durch den großen Eisgang des Rheines zerstört. Naturkatastrophen und Hochwasser haben Jahre zuvor, auch noch später die Menschen in Angst und Schrecken versetzt und Vieles zerstört.

 

1794

Die Französischen Revolutionstruppen kommen nach Köln und man gehört nun zu Frankreich.

4711

1800

rauschten noch mächtige Buchenkronen wo heute Buchforst liegt.

 

1815

Köln und das Rheinland werden preußisch.

 

1867

wurde die Bergisch-Märkische-Bahn in Betrieb genommen. Kalk-Nord wurde mit seinen ´Dampflokomotiven´ zum größten westdeutschen Güterbahnhof.

 

1896

entstanden neue Wohnviertel und Kasernen.

 

1897

erbaut die GWG (früher Mülheimer Baugenossenschaft Kern) die ersten Siedlungen an der Kalk-Mülheimer Straße (ehemals Kalker Straße).

 

1880

Dombauvollendung. (Hatte man sich so gedacht!)

 

1900

Buchforst ist immer noch nichts weiter als Brach- und Ackerland, das sich als Bauland anbot. Ein spätes Erbe der französischen Revolutionsheere, die den restlichen Buchenwald zunichte machte.

Wieviel Buchen haben wir noch in Buchforst ???

1902

Erste Wohnhäuser an der Stephan Straße (heute Kasseler Straße) entstanden. Im Volksmund hieß sie ´Klotzgass´ (klotzen = gucken/schauen und erzählen/tratschen).

 

1907

wurde der Straßenbauvertrag für die Heidelberger Straße (früher Weißenburger Straße) geschlossen. Die ersten Häuser zwischen der Bunsen- und Waldecker Straße bis hin zur Kalker Straße wurden gebaut. Die Vor-Ort-Bahn Linie G fuhr bis Bergisch Gladbach.

 

1908

erwarb die Konsumgesellschaft ´Eintracht´ Bauland für ihre Verwaltungsgebäude: 1910 Bäckerei, 1911 Lagerräume, Büros, Warenlager, Lebensmittel, Weinkeller, Schreinerei, Schlosserei, Stellmacherei, Anstreicherei, Metzgerei, Obst- und Gemüseversorgung. - Das prägte den Stadtteil, schaffte Arbeitsplätze usw.

 

1914

1. April - Mülheim, incl. Buchforst und Buchheim gehören nun zu Köln.

 

 

bis 1918 stoppte der 1. Weltkrieg die so hoffnungsvoll begonnene Entwicklung. Die Männer mußten in den Krieg und die Frauen übernahmen die harte Arbeit.

 

1922

Köln-Messe wird gegründet.

 

1923

Der Schulunterricht fand in Baracken statt. Es war kein Geld zum Bau einer Schule da.

 

 

Entstanden die Wohnsiedlungen ´Blauer Hof´ und ´Weiße Stadt´. Die verantwortlichen Architeckten des Bauherrn GAG waren Riphan und Grod. Auch wurden Einfamilien- und zweistöckige Wohnhäuser errichtet. Später kamen auch Wohnhäuser durch die ´Rheinland´ hinzu.   >> Buchforst-Architektur

 

 

Der Hexenhammer erscheint in der 3. Auflage.

 

1925

Gründung von Ford in Niehl.

 

1926

wurde das ´Kalker Feld´ mit 180.000 m2 von der GAG erworben

 

 

-1927 Bebauung der ´Blaue Hof´

 

1929

-1932 Bebauung die ´Weiße Stadt´

 

 

Fertigstellung der ´Mülheimer Brücke´ über den Rhein.

 

1930

Grundsteinlegung der katholischen Kirche ´St. Petrus Canisius´ - städtebaulich integriert in die ´Weiße Stadt´ und ebenfalls realisiert durch die Architekten Riphan und Grod.

 

1931

Einweihung der Kirche ´St. Petrus Canisius´.

 

1932

am 25.10. Umbenennung des ´Kalker Feldes´ nun in den Kölner Stadtteil ´Buchforst´.

 

 

Buchforst war das jüngste Kind von Kölle. Es hieß auch wegen der Landwirtschaft ´Knolleveedel´. Der ´Buchforster Hof´ (heute das Hochhaus Waldecker Straße 42) wurde zum zentralen Bürgerhaus an der Heidelberger-/Waldecker Straße. Dort angesiedelt waren: Kindergarten, Mütterberatungsstelle, Volksbücherei, Gasträume, Kegelbahn, Biergarten, Tanzabende, etc.. 

 

 

gründete der Schreinermeister Josef Schmitz sein Unternehmen.

 

1933

Machtübernahme durch das III. Reich.

 

1935

Gründung der ersten Kindergartengruppe mit Maria Droll (Tante Maria)

 

1941

Große Luftangriffe der Alliierten auf Buchforst fordern erste Opfer.

 

1944

´Schwarz über Buchforst´: Größter Luftangriff auf Buchforst, Buchheim und Mülheim um das große Schienennetzwerk zu zerschlagen. Brandbomben und Luftminen richten verherende Schäden an.

 

 

Der ´Buchheimer Hof´ der wieder errichtet worden war, wurde im 2.Weltkrieg zerstört und die Reste erst 1951 endgültig abgetragen. Heute steht dort die Kunststofffabrik ´ACLA´ - Heidelberger- / Frankfurter Straße.

 

1945

Die Einwohnerzahl war auf ein Minimum reduziert. Sämtliche Buchforster sollten laut Polizeibefehl den Ort verlassen. Viele versteckten sich. Die Amerikaner zogen in Buchforst ein.

 

 

am 1. September um 18.30 Uhr fanden sich 23 Frauen und Männer zur 1.Mitgliederversammlung der SPD im Buchforster Hof zusammen.

 

1946

Nach dem Waffenstillstand kehrten viele zurück aus dem Berg. Land, dem Westerwald und der Eifel. Neue Bewohner zogen auch nach Buchforst, vor allem kinderreiche Familien.

 

 

Die ´Kalker-Alpen´ entstanden - aus den Abfallprodukten(Kalisalzen) der Chemischen Fabrik Kalk (CFK). Die Berge wurden auch ´SäureBerg´ und ab 1985 durch die vielen Immigranten ´KalkBerg´ genannt.

Ursprünglich sollte darauf eine Art Grünanlage entstehen, was in der städtischen Politik keine Akzeptanz fand.

Die Armut nach dem Krieg war so groß, daß sogar mit den Kalkablagerungen des Säureberges die Wohnungen geweißt wurden. Wie viele taten dies, ohne zu wissen ob Giftstoffe enthalten waren.

 

 

Die Nachkriegs-Generation ging in Kalk in der Alberman- und Falckensteinstraße zur Schule.

 

1947

´Möbel Schmitz´ erbaute auf dem Bunker an der Waldecker Straße seine Werkstätten. Später entstand dort das ´Kosmos Hotel´.

Anfang der 80er

1949

Aufbau: Bergius-, Robert-Mayer-, Hofmann- und Guerickestraße mit 304 Wohnungen. Die Miete betrug früher DM 40,-- (20 €) und heute 450 €.

 

1950

Die Firma Esser (Holz- u. Kistenfabrik) wurde abgerissen. Heute steht dort ein Tempel der indischen Glaubensgemeinschaft der Sikhs.

Mitte der 90er

1952

Aufbau: Wildunger Straße, 232 Wohnungen

 

 

Kindergartenbetrieb mit ´Tante Maria´ als Elterninitiative an der Kopernikusstraße.

 

1953

Die Landebahn des Flughafens Köln/Bonn, später Konrad-Adenauer, in Porz-Wahn wurde gebaut. Auch der private Verkehr nahm immer mehr zu. Den zweiten ´Verkehrsschub´ gab es Ende der 70er, bis dahin mußte man Autos in der Cusanus Straße regelrecht suchen. Viele zogen im Laufe der Jahre auch wegen des Lärms fort.

 

 

Aufbau: der Schule an der Kopernikusstraße.

 

1954

Die Schule ist fertig. Jetzt erblicke ich das Licht der Welt. Übrigens: Ein hervorragender Jahrgang! - bundesweit.

 

1955

Aufbau: der unteren Archimedesstraße, die von zwei Luftminen getroffen wurde.

 

1957

Aufbau: Hochhaus (ehem. Buchforster Hof). Damals war es ein Ereignis in Buchforst ein Hochhaus zu haben, obwohl es nur 8 Geschosse hat.

 

 

Bau des Katholischen Kindergartens in der Kopernikusstraße auf dem Gelände der ehem. Schrebergärten.

Eröffnungsfeier mit Pfarrer Hülster.

 

 

Die Kirmes wurde bis 1957 vom Chor der katholischen Kirche auf dem Klapproth-Platz organisiert. Vor dem Feiern fand die Prozession statt und dann ging es mit der Blaskapelle zum Festplatz. Der Gewinn vom Schubkarren-Rennen und Schnaps/Hahnenköppen wurde später zum Bau der Orgel verwendet.

 

1960

Aufbau: Siedlung am ´Bischofsacker´ (Wohnhäuser).

 

 

Gründung: der DJK-Rhenania Köln-Buchforst - ca. 300 Mitglieder.

 

1964

Bau des Garagenkarrees durch die GAG an der Kopernikusstraße.

 

1965

Gründung: des FC-Buchforst.

Datum ?

1967

Aufbau: Evangelische Auferstehungskirche (Ein Schiff in der Brandung).

 

1969

bis dahin gab es in Buchforst einen Droschkenplatz mit Rufsäule (Taxi-Stand) Heidelberger-/Waldecker Straße gegenüber dem Eiscafé.

Datum ?

 

und einen Kiosk in einer Litfaß-Säule integriert. Am Kiosk gab es zwei große Kugel-Dauerlutscher für zwei Pfennige und zwei kleine Dauerlutscher für einen Pfennig.

 

1975

Das Gelände der Firma ´Konsum´, später ´Coop´ mit der Kaffee-Rösterei welche öfters Buchforst einen gewissen Duft verlieh, sowie das Kino BLS (Buchforster Lichtspiele) wurden abgerissen. Im Konsum gab es den großen Gemeinschafts-Saal mit Butzenglas in dem alle Buchforster Bürger bei Feierlichkeiten untergebracht werden konnten. Damals sind die Pfarrfeste etwas größer ausgefallen.

 

1979

Für den Bau der Sportanlage ´Walter Blickhäuser´ (1. Direktor der Kopernikusschule) und die Stadtautobahn müssen viele Kleingärten an der evang. Kirche weichen. Kleingärten und Bolzplätze gab es auch zwischen Buchforst und Kalk am Kosmos-Hotel bis zum Bau der Stadtautobahn. Auch der alte Schlachthof an der Kalk-Mülheimer Straße mußte abgerissen werden.

 

1980

Aufbau: Auf dem ehemaligen Gelände von Konsum entstand nach fünf Jahren von der GAG das Wohngebiet mit Geschäften von der Dortmunder- über die neue Pyrmonter- bis zur Waldecker Straße und vom neuen ´Norma´ bis zum Fußgänger-Durchgang.

 

 

Bis in die 80er Jahre hinein fuhren die Dampflokomotiven der Deutschen Bundesbahn (Bahn-AG). Heute hat der Verein ´Freunde der Dampflokomotiven´ noch ein Exemplar in Betrieb.

 

1987

Bau der S-Bahn Haltestelle Buchforst. Inbetriebnahme 1990.

 

1988

Eintrag der ´Weißen Stadt´ und ´Blauer Hof´ als Gruppendenkmal in die Denkmal-Liste.

Die Baudezernentin Hiltrud Kier hat das Ganze vorangetrieben nachdem am 1.Juli 1980 das 1. Nordrhein-Westfälische Denkmalschutzgesetzt verabschiedet wurde.

 

2000

nix passiert ?

 

2002

´Der Runde Tisch Buchforst´ wird als Verein eingetragen.

 

2003

Das Bund/Länderprogramm ´Soziale Stadt NRW´ fördert die sozialen Einrichtungen in Buchforst.

 

2004

Das Museum Ludwig läßt ´Buchforster Kulturgut´ bei Ebay versteigern.   >> Buchforst-Architektur

 

 

Ende des Jahres gründet sich die 1. Buchforster Mundart Band ´Meddendrin´.

 

2005

Möchte die Stadt Köln auf dem Kalkberg einen Hubschrauberlandeplatz für die Luftrettung installieren. Die stark lärmgebeutelten Buchforster wehren sich vehement gegen dieses Vorhaben mit einem halbwegs akzeptablen Ergebnis.

 

 

Die GAG startet zu Jahresbeginn ihr Bauvorhaben ´Sternenviertel´ an der Kopernikusstraße mit einer kleinen Einfamilien-Reihenhaussiedlung am Bahndamm. Wunderschön gelegen, direkt in der ´Neuen Einflugschneise´.

 

 

Vorerst weichen muß der alte Kinder-Hort ´Tante Maria´ und brennt noch unnötigerweise kurz vor Abriß. Nach dem Krieg befand sich dieser Hort zunächst in einer Wohnung.

 

 

Ein Veedel-Original, Frau Jung von ´Bäckerei Jung´ setzt sich mit ihrem Bernie zur wohlverdienten Ruhe.

 

 

Am 31. Dezember lösen sich die Kirchengemeinden St.Petrus Canisius, St.Theresia und St.Mauritius auf. Am 1.1.2006 erfolgt die Neugründung der gemeinsamen Gemeinde St.Mauritius. Der Name der Kirche von St.Petrus Canisius bleibt erhalten.

 

 

Gründung Arbeitskreis ´Schönes Buchforst´ gegen die Verwahrlosung in unserem Veedel.

 

2006

Gründung ´Geschichtswerkstatt Buchforst´ anläßlich des bevorstehenden Jubiläums.

 

 

Die Bezirksvertretung Mülheim SPD/CDU verwendet die anteiligen Mittel für Buchforst lieber selber !

 

 

19.7. – 3.9. findet das Kunstprojekt ´ArchiTechTour´ mit ´CyberViewKunstbrillen´ in Buchforst statt.

Eine Aktion der Freien Kunstgesellschaft e.V.

 

 

 

 

2007

75 Jahre Buchforst – am 25.10.

 

 

 

 

 

Die Stadtgeschichte von Köln-Kalk